Abschlussbericht der Ägyptenreise

April 14, 2009 von tansaniatom

Sodala, ich bin zurück aus Ägypten!!

…konnte den Blog nicht weiterschreiben, da ich nicht oftgenug Internetzugang hatte. Also, was ist alles passiert?

Kurz die Higlights: Wir haben in Luxor einen Typen namens Wayne aus Manchester kennenglernt. Der ist die restliche Zeit mit uns herumgereist. War echt lustig mit ihm, vor allem weil er das komplette Gegenteil vom Lee ist. Rauchen, Saufen und lange ausgehen um danach auszuschlafen sind sein Business. Also auf allen Fotos wo ihr einen bärtigen unbekannten seht, das ist dann Wayne. Was haben wir so alles gemacht?

Wir sind nach Aswan mit dem Zug raufgefahren nach Luxor. Dort haben wir wieder Tempelanlagen besichtigt und uns die Zeit mit Sovenierkäufen vertrieben. War ganz nett da. Leider hat das „Ägyptenfieber“ Lee und mich nicht so erpackt. Daher waren für uns in Aswan und in Luxor nur blöde Steinhaufen zu besichtigen, die sicherlich erst vor wenigen Jahren teilweise restauriert wurden. Das machte alles noch etwas uninteressanter, wenn du vor einer Wand stehst, die sicherlich erst vor wenigen Jahren neu angemalt wurde.

Wir wollten danach eigentlich nach Hurghada weiter. Da wir aber in Luxor von Freunden bereits erfuhren, dass die Fähre nach Sharm el Sheik kaputt ist entschließen wir uns, gleich mit dem Bus nach Sharm zu fahren. Dort wollte ich das Magiclife Hotel besuchen, weil ich bei Magiclife ja letzten Sommer gearbeitet habe. Leider ist dieses sehr weit außerhalb der Stadt, so wurde daraus nichts. Ich wollte nicht ein Taxi nehmen, ohne sicher zusein, ob ich überhaupt reinkomme. Dafür schrieb ich an meinen Exboss eine mail und bekam das Angebot dortbleiben zu können. Als Animateur in Sharm und danach nach Tuniesien (Manar) wieder. War zuerst interessant für mich, weil ich Geld bekommen hätt und hier in Dar es Salaam ohnehin nicht weiß, ob ich überhaupt etwas machen werde. Da mir aber der 1. Juni zu wichtig ist (Tag meiner Rückkehr) musste ich leider absagen.

Nach bereits einer Nacht verließen wir Sharm, weil es uns einfach viel zu teuer war! Wir zahlten in einer Jugendherberge für ein 3-Bettzimmer, jeder 10 Dollar!! ..und dabei waren wir mit ägyptischen Teenagern untergebracht!

So kam es, dass wir nächsten Tag bereits weiter nach Dahab reisten. Dort angekommen begab ich mich auf die Suche nach einer Tauchschule. Dies stellte sich zu Beginn als äußerst einfach heraus, weil es in diesem kleinen Ort sicherlich über 20 oder 30 davon gab. Als ich die Schule dann aber auswählen solle, wurde es schwierig. Wie erkennt man eine gute Tauchschule, wenn man noch nie getaucht hat?

..ich habe es aber geschafft und verbrachte die nächsten 5 Tage in Dahab damit, tauchen zu lernen. Nunja, jetzt bin ich von PADI ein Open Water Diver und darf bis zu einer Tiefe von 12 m abtauchen. Tauchen ist schon ein geiles Gefühl und kann ich nur jedem dazu raten, es einmal zu probieren!! Hammer!

Nach Dahab trennten sich die Wegen von Wayne und uns, aber nur für kurze Zeit. Wayne beschloss nach Jordanien zu fahren und wir mussten zurück nach Cairo. Dort besichtigten wir das berühmte National Museum. Wie zuvor bei den Steinhaufen, kam nicht gerade Euphorie hoch. Etwas Interessantes gab es darin aber doch für uns: Mumien! Wenn man vor einem 4000 Jahre alten Körper steht, an dem man sogar noch Haare erkennen kann, muss man doch vor Erfurcht vor den damaligen Kenntnissen der Ägypter erstarren.

Den Tag darauf kam Wayne schon nach und wir besuchten gemeinsam die Pyramiden von Giza mit der Sphinx. Allein diese zu sehen, sind die lange Reise wert gewesen!!! Ich werde nie vergessen, als ich sie das erste mal sah. Wir fuhren mit dem Taxi eine Hochhauszeile entlang und zwischen zwei Hochhäusern konnte ich die beeindruckende Spitze einer der 6 Pyramiden dort erkennen. Der Anblick war gigantisch. Wir hatten dann noch Glück, das wir vor 8 Uhr schon dort ankamen und nicht von Touristenmassen überrannt wurden. Wie die Fotos beweisen, hatten wir sehr viel Spaß!

Nach einer langen Rückreise nach Nairobi, danach wieder nach Arusha und dann nach Dar es Salaam bin ich seit gestern abend wieder hier. Schade!! …aber nicht mehr lange und ich komme heim. Unter 50 Tage!

Liebe Grüße, Thomas

s6302004-small1Pizza Hut - vor den Pyramiden!

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SphinxPyramids

voll in die Fresse ;-)

März 29, 2009 von tansaniatom

…auch wenn das jetzt (fast) keiner versteht:

Jetzt hab ich schon wieder keine mail von dir bekommen! Aaaaaaaa! Dank einer Familie in Deutschland bin ich seit gestern abend soooo richtig happy! :-)

Erster Reisebericht aus Egypt

März 26, 2009 von tansaniatom

Leider kann ich keine Fotos reinstellen. By the way, meine cam ist kaputt. Falls jemand weiss, was es mit einem Objektivfehler bei einer Canon Ixus 70 aufsichhat, bitte melden.

 beste befunden, mit dem bus nach nairobi zu fahren um danach von dort nach cairo zu fliegen. dies ist die guenstigste variante. da es sich bei nairobi um eine sehr gefaehrliche stadt handelt, beschlossen lee und ich, dass wir nicht direkt von dar es salaam nach nairobi starten (waren wir in der nacht angekommen), sondern den umweg ueber arusha machen. nach einer 9 h fahrt und gerade mal 20 dollar aermer, kamen wir nachmittags in arusha an. dort schliefen wir dann auch eine nacht.

21.3.

nairobi liegt in kenia. daher brauchten wir ein visa dafuer. das billigste, so stellte sich heraus, war ein transitvisa. dafuer musste man jedoch nachweisen, dass man irgendwie innerhalb von 7 tagen aus dem land wieder ausreist. am einfachsten ueber ein flugticket. da wir noch nicht gebucht hatten stellte sich die frage: woher ein ticket nehmen???

so ging es mit einem flauen gefuehl morgens richtung kenias grenze. wir nahmen dazu einen bus, der wohl schon 20 jahre oder mehr am buckel hatte. dieser wurde dann komplett ueberladen. das dach wurde vollgepackt und sogar unter unsere sitze wurden fremde packete gestellt. unser gepaeckt fand ebenfalls irgendwo im inneren der fahrgastkabine platz, da in dem gebaeckstauraum bereits ebenfalls alles voll war!

wir hatten dadurch zwar einiges an angst durchzustehen, dass wir verungluecken, jedoch sahen wir auch das positive: wir wuerden sicherlich nicht ueberfallen, da es sich nicht lohnt, so einen alten bus zu ueberfallen. vollgepackt mit einheimischen, einem koreaner und einem oesterreicher. die nehmen lieber einen modernen bus, vollgepackt mit touristen!!

An der grenze angekommen legten wir dem beamten unsere flugtickets vor. wir hatten glueck, dass ihn das alles relativ wenig interessierte und er uns einfach ein transitvisa ausstellte. 25 dollar gespart!

In Nairobi, gegen nachtmittag angekommen, wurden wir von einem koreaner abgeholt. der studiert an der uni in kenia. dort durften wir dann auch im studentenheim uebernachten. kostenlos, dafuer hatten der lee und ich nur ein bett zur verfuegung. naja, war dafuer umso kuscheliger +gg+

bei nairobi handelt es sich um eine sehr gefaehrliche stadt. bestimmte viertel mussten gemieden werden und nachts sollte man nicht auf die strasse gehen. gleichzeitig gibt es viertel in der stadt, die mit jeder westeuropaeischen stadt locker mithalten koennen. golfplatz, parks, shoppingcenters sind da keine seltenheit!

wir waren froh, von einem einheimischen etwas herumgefuehrt zu werden!

22.3.

sonntag, jaaaa… kirche!

ich besuchte wieder einmal eine koreanische kirche. toll, verstand 2 h lang kein wort, dafuer wurde ich danach zum tee eingeladen. auch der manager eines hotels (200 dollar pro nacht) war dort. dieser lud mich und lee zu einer show abends in sein hotel ein. leider hatten wir keine zeit, diese anzunehmen.

…aber die einladung zum essen nach der messe liessen wir uns nicht entgehen!! ich dachte mir, shit schon wieder kein geld, weil das restaurant relativ teuer war. daher suchte ich nach etwas eher billigem.

bloed, das sich danach der koreanische manager sich dazu bereit erklaerte, die rechnung zu uebernehmen.

23.3.

Leider hatten wir etwas probleme, ein flugticket zu bekommen. so beschlossen wir morgens kurzerhand zum flughafen zu fahren um dort direkt uns eines zu besorgen. wie immer mit den oeffntlichen verkehrsmitteln versuchten wir unser glueck, diesen auch zu erreichen. nach 2 h: geschafft!

dort suchten wir zuerst nach egyptair. diese fluglinie hat leider keinen schalter, so blieb uns nicht anderes uebrig, ein reisebuero aufzusuchen. wir konsultierten zwei von diesen am flughafen, bis wir mit dem preis zufrieden waren. fuer 450 dollar erhielten wir einen flug, gleich naechsten morgen nach cairo. toll, da wir nicht mehr zurueck in die stadt mussten und uns dort eine nacht unterkunft benoetigten!

jedoch gab es dann noch einen haufen probleme:

wir hatten kein visum fuer egypt!! die dame vom reisebuero wollte nach ruecksprache mit der botschaft uns das ticket auch noch stornieren!! aaaaaa! das problem ist, das wir eine aufenthaltsgenehmigung fuer tansania in unserem reisepass haben. daher meinten sie, wir muessen davor in dar es salaam bei der botschaft ansuchen, um einreisen zu duerfen! unmoeglich fuer uns!! …wir befanden uns schon in nairobi am flughafen und konnten nicht wieder zurueck nach dar!! so beschlossen wir ein zweites mal dort anzurufen. diesmal ich, ohne zu erwaehnen, dass ich eine aufenthaltsgenehmigung habe, fuer tansania. leider war die gleiche person am telefon. da die dame aus dem reisebuero neben mir sass und mithoerte, entschloss ich mich, ungeachtet auf meinen gespraechspartner weiterzusprechen. das ich es toll finde, dass es doch moeglich ist und bedankte mich dafuer. mein gespraechspartner verstand ueberhauptnichtsmehr und legte auf. die reisebuerodame war jedoch zufrieden und wir durften die tickets behalten!!!

…erneut machte sich ein mulmiges gefuehl in unseren baechen breit!!

die damen aus dem reisebuero waren sehr nett!! da das office 24 h geoeffnet hat, durften wir unser gepaeck dortlassen und auch die nacht dort schalfen, da unser flug erst um 4:50 uhr angesetzt war.

24.3.

5:00 – abflug nach cairo

wir waren totmuede und so bekam ich von dem 4 h flug eigentlich nichts mit. als wir zum landeanflug ansetzten wurde uns klar, hoffentlich werden wir ned gleich abgeschoben!

wir hatten wieder glueck! der lee hielt seinen pass dem beamten hin, dieser sah auf diesen und beorderte gleich einen beamten zu ihm. o gott, dachten wir! doch dann fragte er nur: north oder south korea? das amuesierte die beiden beamten zu sehr, dass sie nicht unsere paesse checkten und uns einfach den stempel reindruckten und uns durchwinkten. Juhu!!!

in cairo angekommen beschlossen wir sofort in den sueden nach aswan zu kommen. nach einigem suchen in cairo, beschlossen wir anstatt dem zug einen bus zu nehmen. dieser startete nachmittags und wir kamen naechsten morgen, nach einer kalten nacht (ich dachte, ich muss erfrieren!! – der busfahrer hatte offenes fenster, weil er rauchen wollte und die belueftung lief auch. ich mit kurzer hose und t-shirt, gewohnt an 35 grad in dar es salaam!) in aswan an.

erster eindruck von egypt: sehr freundliche leute, ungefaehrlich, billig (unterkunft fuer 1-2 dollar inkl. fruehstueck!)

das wars vorerst! ich hoffe ich komme wieder dazu zu schreiben. weiter geht es die naechsten tage nach luxor und dann richtung strand!

Liebe gruesse, Thomas

Livingstone und Heimreise

März 19, 2009 von tansaniatom

Hallo!
Nun zum 2. Teil:

In Livingstone wimmelt es nur so von Anbietern von Safaris, Raftingausflügen, Bungeejump, Helikopter,… Wir kamen äußerst billig in einer Herberge namens Jollyboys unter. Wir bekamen ein 10 Mann Zimmer, wo unsere Gruppe absteigen konnte. Der Preis von 6 Dollar pro Nacht war auch unschlagbar. Wir hatten einen Swimmingpool und durften Essen im Supermarkt kaufen und in deren Küche zubereiten. Idealst, um billig zu reisen!
Hier merkten wir auch, wie schön es in diesem Land ist. Die Leute sind um ein Vielfaches freundlicher, als in Tansania. Das Klima ist nicht so heiß wie in Dar es Salaam, die Straßen sind modern und man sieht sogar neue, nicht verbeulte Autos auf den Straßen. Sogar der Supermarkt bietet viel mehr an Auswahl als in Tansania!!
Erstaunt war ich allerdings, als ich vor folgendem Gebäude stand:
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wtf? Ein Spar mitten in Afrika?? Ich weiß noch immer nicht, ob die österreichische Lebensmittelkette ist, doch das Design und der Aufbau war komplett gleich. Das Sortiment war der Hammer. Von der Auswahl und von den Preisen!
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Wir kamen Montag abends an. Am Dienstag besuchten wir das erste Mal die Wasserfälle. 10 Dollar Eintritt war überraschend wenig und wir konnten dieses beeindruckende Naturschauspiel von der Nähe betrachten. Unglaublich! Es gibt eine Brücke, auf der steht man direkt vor den Wasserfällen.

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Es wird einem davor ein Regenschutz angeboten, den wir auch in Anspruch nahmen. Doch auch dieser konnte nicht helfen!! Das Wasser kam von allen Seiten. Auch von unten, so hatte ich den Eindruck!! Binnen weniger Minuten waren wir komplett durchnässt, was aber umsomehr Spaß uns bereitete!
Noch ein paar Bilder von der Brücke, von der man unter anderem einen Bungeesprung machen konnte und dabei kopfüber den Anblick der Victoria Wasserfälle genießen kann:

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Am Dienstag beschlossen wir, zu 6. raften zu gehen. Leider führten die Wasserfälle zuviel Wasser, so war es nicht möglich, die volle Tour zu machen und direkt unter den Wasserfällen zu starten. Einige km weiter war dann unser Einstiegspunkt, für eine lange Halbtagestour. Es war toll! Das erste mal Rafting für mich! Seht euch die Bilder an, einfach Hammer!
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Am Mittwoch, unserem vorletzten Tag machten wir abends noch einen Sunsetcruise. Wir konnten einige Nilpferde, ein Krokodil, viele Vögel bestaunen. Leider hielt sich die Tierbeobachtung aber in Grenzen.
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Am Donnerstag traten wir die Heimreise an. Lee und ich fuhren mit dem Bus nach Lusaka, übernachteten dort in einer Herberge mit einem Pakistani, ein paar Zambianern usw. War echt lustig, mit denen vorm Einschlafen ins Gespräch zu kommen, vor allem, als die Zambianer mit dem Pakistani über Politik diskutieren wollten und der kaum Englisch sprach!

Am Freitag trafen wir auf die restliche Gruppe der Koreaner, die noch etwas länger in Livingstone geblieben war. Von Lusaka ging es dann gemeinsam mit dem Bus heim, nach Dar es Slaam. Die Fahrt dauerte ungefähr 36 h. Es wurden eigentlich keine Pausen über 15 min gemacht. Nur an der Grenze hatten wir 4 h morgens zu warten. Für mich beeindruckend war, dass ein Fahrer es menschlich, also psychisch, überhaupt aushält, durchgehend einen vollbesetzten Reisebus zu lenken und es nach über 30 h noch immer schafft, PKW’s auf unüberschaubaren Straßenabschnitten zu überholen!! Es war ein Höllenritt und ich war froh, heil angekommen zu sein.
Am Busbahnhof empfing uns der koeranische Priester mit Familie. Voll nett, sie brachten uns mit ihrem Pickup zum Studentenheim und hatten Mengen von koreanischem Essen für alle vorbereitet. Dies ließen wir uns nicht zweimal sagen und wir langten ordentlich zu!

So und ab morgen bin ich für ca. 3 Wochen unterwegs. Reiseziel sind die Pyramiden in Ägypten!

Schöne Grüße an zu Hause,
Thomas

Anreise VictoriaFalls

März 17, 2009 von tansaniatom

..es war soweit! Mein erster großer Trip startete am Freitag, 6. März! Mit der Bahn starteten wir von Dar es Salaam bis über die Grenze von Zambia. Naja, keiner von uns (7 Koreaner und ich) wusste, wielange die Fahrt eigentlich daueren würde. So war es immerwieder eine kleine Überraschung, wann wir wo ankamen. Wir hatten 2 Schlafabteile zu je 4 Betten gebucht. Die Fahrt hätte sehr komfortabel sein können, wenn man in Europa gereist wäre. Da dies nicht der Fall war, verbrachten wir 3 Tage und 2 Nächte damit, aufgrund der schlechten Schienen, durchgeschüttelt zu werden.
In Tansania verkehren nur 2 mal pro Woche auf dieser Strecke Züge. Daher war es immer ein großer Aufstand, wenn wir mit dem Zug wo auftauchten. Das ganze Dorf, indem wir hielten, war immer schon vorort, um uns diverse Lebensmittel (hauptsächlich Früchte) zu verkaufen. Die Leute winkten uns zu und die Kinder bettelten. Ich wusste davor nicht, dass sich ein Kind über eine leere Wasserplastikflasche soo freuen kann!!

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Durch die Bahnfahrt gewann ich auch tolle Eindrücke zum einen von den Menschen und von der umwerfenden Natur des südlichen Tansanias und nördlichen Zambias. Während der Fahrt lernten wir auch einige andere Reisende kennen, die auch die Victoriafalls, genauer gesagt Livingstone (das Vergnügungsmekka dort) erreichen wollten.
Sonntag nachts erreichten wir endlich die Endhaltestelle. Mit einem Bus ging es für einige Stunden weiter nach Lusaka, der Hauptstad Zambias. Dort wollten wir, gemeinsam mit den anderen, in der Nacht noch weiter nach Livingstone versuchen, zu kommen. Leider war uns das dann doch nicht möglich.
In Lusaka am Busbahnhof konnten wir aber noch in der Nacht Tickets nach Livingstone bei „Bookers Express“ kaufen. Der Typ dort schien echt nett zu sein. Da es schon gegen 1 Uhr morgens war und uns eine Fahrt um 8:30 von ihm versprochen wurde, fragten wir, ob wir nicht einfach im Bus übernachten könnten. Ein Fehler in vielfacher Hinsicht, wie sich bald herausstellen sollte!!!!
Die Nacht war schrecklich für mich!! Im Bus standen einige Fenster offen! Was bedeutet das in diesen Regionen?? Jaaaa, Moskiotalarm!! Also verbrachte ich eine Nacht damit, zu versuchen von möglichst wenigen von denen gestochen zu werden, um die Gefahr von Malaria zu verringern. Leider hatte ich den Antimoskitospray in der Tasche im Gepäckfach des Busses verstaut. Dieses war abgeschlossen!! Ärgerlich! Aber nicht nur das ist dumm gelaufen. Auch meine Kleidungswahl war nicht gerade günstig. Eine Hose, die gerade so über die Knie reichte und ein kurzes T-Shirt machten es in der Finsterheit des Busbahnhofes zu Beginn unmöglich, sich vor den Moskitos zu schützen. Zum Glück hatte ich noch eine Jacke dabei. Mit dieser schützte ich mein Gesicht und meine Hände. Die Hose zog ich mir ein Stück runter und die Socken ein Stück rauf. Die dabei freiwerdende Boxershort nahm ich dabei gelassen in Kauf und hoffte, dass die Biester nicht durchstechen.
So verbrachte ich eine Nacht ohne Schlaf, mit dem Lauschen von dem Surren anfliegender, hungriger Moskitos.
Nächsten morgen hofften wir, dass es gleich um 8:30 weitergeht.

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Denkste!
Der Typ hat uns nämlich gscheit verarscht. Es stellte sich heraus, dass der Bus solange wartete, bis er voll ist. Leider kamen mir erst nach Stunden dieser Verdacht.
Gegen 10 Uhr machte ich mich auf dem Weg, um mich bei dem Büro des Busunternehmens zu beschweren. 30 min Diskussion war jedoch vergebens! Lee, mein koreanischer Freund, merkte dies und startete eine Stunde darauf selbst einen Versuch. Als ich ihn dort stehen sah, gesellte ich mich auch zu der Diskussionsrunde. Leider erhielten wir keine Unterstützung der restlichen Reisegruppe von uns. Aber zu zweit führten wir eine lautstarke Diskussion. Als alles vergebens schien, wurde ein anderer Fahrgast aus Zambia auf uns aufmerksam. Er war ein Leidensgenosse von uns und fragte, was los sei. Wir erklärten ihm die Lage und als er merkte, dass auch er wohl noch Stunden im Bus vor der Abfahrt verbringen wird, entschloss dieser sich zu dem Bus zurückzukehren und allen Einheimischen zu berichten. Nun verging dem Typen sein dämliches Grinsen, als aufeinmal 30 Leute angerast kamen und ihr Geld zurückverlangten!!

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Lee und ich beschlossen nun, uns dezent im Hintergrund zu halten, da es sich um eine wirklich aufgebrachte Menge handelte. Naja, den Streit hatten wir angezettelt. War lustig nun, ihn zu beobachten, aber geholfen hat es im Endeffekt nichts. Mit 6 h Verspätung und einem vollen Reisebus traten wir eine rund 8 h Reise nach Livingstone an!

…mehr von der Reise, gibt es morgen!

Liebe Grüße in das saukalte Europa!

Thomas

uuuuuuuuu, ausgeraubt

Februar 27, 2009 von tansaniatom

Hallo!

….ja, in letzter Zeit wurde ich etwas faul, im Schreiben neuer Blogs. Es ist auch nicht wirklich viel passiert… bis gestern.

Da wurde ich nämlich ausgeraubt. Schön. Jetzt muss ich nicht mehr auf meine Visa, meine Bankomatkarte und so aufpassen. Wie es dazu kam, kommt jetzt:

Durch das nicht funktionieren jeglicher Bürokratie hier war ich gezwungen, in die Stadt zu fahren, um für meine Aufenthaltsgenehmigung 120 Dollar zu bezahlen. Die brauche ich nämlich, da ich möglicherweise bald das Land verlasse, wegen einer Reise. Danach müsste ich bei der Einreise wieder für ein Touristenvisum bezahlen. Durch eine Aufenthaltsgenehmigung wird das verhindert. Nach einem endlos langen Vormittag voll Schlangestehen, unkoordinierte Bürokratie über einen ergehen lassen, warten, warten, warten, schaffte ich es doch, meine 120 Dollar loszuwerden.

Stolz es doch noch geschafft zu haben, verließ ich das Ministerium und wollte mich auf den Rückweg machen. Das Gedränge vor den öffentlichen Verkehrsbussen ist für mich schon normal. Nicht normal war jedoch ein 30-35 jähriger Tansanianer, der mich anrempelte, mich an der Schulter fasste und zu mir sagte: „Sorry my friend“. In dem Moment spürte ich einen Griff in meine Hosentasche. 5 Sekunden später merkte ich bereits, dass etwas fehlte. Leider konnte ich nicht so schnell reagieren, dass ich den Typen in der Menschenmenge verfolgen konnte. Weg war sie, meine Brieftasche!

..mit ihr rund 8 Euro, Visa, Bankomatkarte, Studentenausweis und einige persönliche Dinge. Das meine Bankkarten weg sind, ist jetzt etwas blöd, weil ich irgendwie Geld brauchen werde. Schmerzen tun aber mehr die persönlichen Dinge, weil die mir echt etwas bedeuten und der Idiot einfach wegwerfen wird.

…und so bin ich wieder um eine Erfahrung reicher geworden.

Ja, man wächst, ob man nun möchte oder nicht ;)

Schulsystem Tansanias

Februar 20, 2009 von tansaniatom

Nachdem ich schon öfters mit Tansanianern über das Bildungssystem etwas diskutieren durfte, möchte ich diese Erfahrung mit euch teilen. Vom Prinzip her ist es ähnlich, wie das österreichische Schulsystem. Wer die besten Noten in der Schule vorweisen kann, braucht sich um die Bildung nicht mehr soo viele Sorgen machen. Diesen werden nämlich gute, öffentliche Schulen vom Staat finanziert. Ich würde mal sagen, dass ist ähnlich wie bei uns. Mit guten Noten bekommt man leichter einen Platz auf einem Gymnasium, als mit schlechten Noten.
Es ist in Tansania jedoch auch so, dass Kinder mit schlechteren Noten trotzdem noch die Chance haben, auf gute Schulen zu gehen. Diese ist jedoch zumeist relativ klein, da dafür deren Eltern aufkommen müssen. Das kann sich aber nur ein Bruchteil leisten.
Es gibt noch drei weitere wesentliche Unterschiede, die das tansanianische vom österreichischen Schulsystem unterscheidet. Deren Kombination ist katastrophal!
Zum einen verdient man hier als Lehrer kaum genug, um sich auch nur so halbwegs über die Runden bringen zu können. Daher ist der Beruf schlecht angesehen und es sind kaum wirklich gute Lehrer in den Schulen im Einsatz.
Der zweite Unterschied ist, dass die Schüler in der Grundschule in Suahili unterrichtet werden und Englisch als Fremdsprache zusätzlich haben. In der Oberstufe jedoch ist die Unterrichtssprache in sämtlichen Fächern plötzlich Englisch!! Man kann sich die Probleme vorstellen, die sich ergeben, wenn man einen schlechten, unzureichenden Englischunterricht genossen hat. Die schlechten Noten sind meistens nicht an dem Fach, sondern an der Unterrichtssprache Schuld!
Der dritte Unterschied liegt darin, dass man in Tansania nur mit einer Schulbildung die Möglichkeit hat, an einen Job zu kommen, mit der man sich das Leben für sich und seine Familie finanzieren kann. Wer keine Schulbildung vorzuweisen hat muss sein Leben bettelarm verbringen oder wird in die Kriminalität getrieben.

Liebe Grüße,
Thomas

uuuuuuu, beinahe abgezockt von 2 Tansanianern

Februar 16, 2009 von tansaniatom

Aber bevor es zu dieser Story geht, möchte ich noch berichten, dass es dieses Wochenende endlich soweit war!! Mein erster Besuch auf Sansibar. Dort fand ein mehrtägiges Musikfestival, in Stonetown statt. Dieses wollte sich eine Gruppe von 5 Austauschstudenten (mir inklusive) nicht entgehen lassen! Nach einer 1,5 h Anreise vom Campus zur Fähre im Hafen von Dar es Salaam und einer rund 4 h Überfahrt, waren wir im Hafen von Sansibar angekommen.

altes Fischerboot

Traumhafte Bilder bot uns diese Insel schon zu Beginn. Sie ist berühmt für ihre km-langen Sandstrände, Schnorchelausflüge, Gewürzhandel und eine verwinkelte Altstadt Stonetown, mit kleinen Gassen, in denen man sich eigentlich immer nur verlaufen kann.

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Ursprünglich handelte es sich bei Sansibar um einen der größten Sklavenhandelsplätze der Welt. Wir waren in einer kleinen Pension für 15 Dollar die Nacht, pro Person, untergebracht. Frühstück inkludiert. Schon auf der Fähre viel mir die große Anzahl an Europäern, von den Afrikanern als Muzungos bezeichnet, auf. Es war schon ein komisches Gefühl, wieder so unter seinesgleichen zu sein. Das Seltsame daran war aber, dass ich mich unwohl fühlte!! Ich schämte mich für das Benehmen und Auftreten meinesgleichen. Es gab nicht einmal einen speziellen Grund dafür. Es war nur irgendwie beschämend und widerlich anzusehen, wie sie sich einfach alles, das sie wollten, sich kauften. …und peinlich anzusehen, wie sie dabei regelmäßig über den Tisch gezogen wurden.

Das ist halt das Schicksal eines Muzungos hier! Zu diesem Zeitpunkt wusste ich jedoch auch noch nicht, dass ich mit einer etwas „alternativen“ Reisegruppe angereist war. Dies und noch die Tatsache, dass wir Muzungos sind, haben uns einiges an Problemen an dem zweiten Abend bereitet: Denn in Sansibar ist es sehr einfach, an verschiedene Suchtgiftmittel zu kommen. Man wird gleich einmal angesprochen.

So kam es, dass sich auch meine Gruppe etwas mit „Gras“ für den Abend eindeckte. Am Abend besuchten wir das Musikfestival und anschließend eine Reagaebar. In dieser beschlossen einige meiner Gruppe Gras zu rauchen. Es dauerte nicht lange und wir fanden einen neuen Freund, in Form eines Rastamans, der sich zu uns gesellte. Dies ist hier nicht ungewöhnlich. Die Tansanianer sind sehr offen und sobald sie Muzungos sehen, kommen sie gerne heran. Aufgrund des äußeren, liegt schon nahe, dass auch dieser mitrauchte. Eine halbe Stunde später, kam ein Typ auf uns zu, der den Joint eines Mädls nahm und unter die Lupe nahm. Dann meinte er, dass er von der Polizei sei und ob sie wisse, was sie da macht. Das sie sich gerade strafbar gemacht hat.

Nun begann der Schmarrn!! Zuerst wurde diskutiert, was genau strafbar ist. Danach darüber, ob dieser Typ eine Polizeimarke oder einen Ausweis bei sich hat, um zu überprüfen, ob er die Wahrheit sagt. Er hatte. Wir wussten jedoch nicht, ob es ein gefälschter Ausweis ist, bzw. wie überhaupt so ein Ausweis aussieht. Die Tatsache, dass wir nicht glaubten, dass es sich um einen Polizisten handelt, machte diesen jedoch immer wütender. Hier wird nämlich die Polizei mit Respekt behandelt, fast göttlich!

Es wurde diskutiert und diskutiert. Auf Englisch, auf Suahili,… Der Rastaman meinte nur, er habe den Typen schon öfters gesehen, aber er wusste nicht, dass der bei der Polizei arbeitet. Wir waren zu diesem Zeitpunkt an die 10 Leute und eine Gruppe versuchte aus dem Rastaman rauszubekommen, was man jetzt machen soll und die andere mit dem Polizisten zu verhandeln. Immer wieder zückte er sein Handy und tat so, als telefoniere er mit der Polizeistation in der Nähe. Wir wussten nicht, ob er wirklich mit diesen telefonierte.

Fest steht aber: es kam niemand von denen. Dann forderte er das Mädl auf, auf die Polizeiwache mitzugehen, wenn sie ned bereit ist, sich zu einigen und ihre Fehler einzugestehen. Es kam uns komisch vor, denn warum diskutiert man darüber schon mehr als 1 h, ohne nur annähernd ein Ergebnis zu erhalten??? Doch dann wendete sich das Blatt etwas zu unseren Gunsten. Der Rastaman meinte zu mir, wir sollen lieber einfach zu dritt, oder zu viert versuchen mit dem Polizisten zu reden und eine Einigung zu erreichen, bevor schlimmeres passiert. Er machte sogar einen Vorschlag: mit 30 Dollar sollte es gegessen sein. Wir praktisch dachte ich! Sogar einen Bestechungsvorschlag erhalten.

Doch nun war es fast offensichtlich, dass die zwei unter einer Decke steckten und auf Muzungojagd sich befanden! Wahrscheinlich zogen sie die selbe Nummer mehrmals die Woche ab! So diskutierten wir weiter und als wir nach 2 h keinen Bock mehr hatten, beschloss unsere Gruppe, tanzen zu gehen und wir nahmen den Polizisten mit. Wir waren gespannt, was passieren würde. Angeblich meinte er dann noch zu einem Mädl von uns, wir mögen ihm doch wenigstens ein Bier zahlen. Dies bekam er dann von uns, für ca. 1 €. Daher entspannte sich plötzlich die Situation, vor allem, als er auf die Toilette verschwand und uns alleine mit seinem begonnenen Bier zum aufpassen zurückließ. Endgültig war es vorbei. Er meinte zwar dann noch zu mir, ob ich irgendwelche news für ihn hätte. Ich entgegnete so nein, eigentlich ned. Warum? Da meinte er, dass er welche für mich habe: Sein Bier ist leer. Ich dacht nur, nein danke. So ein Arsch und hab mich umgedreht und bin weggegangen. Bekommen hat er also keines mehr.

Ein anderer unserer Gruppe wollte noch von dem Rastaman versuchen rauszubekommen, ob das ein abgekartetes Spiel der beiden ist. Vorher einer, der alles abcheckt und dann der zweite, der vielleicht wirklich ein Polizist ist, der die Urlauber dann ausnimmt?? Naja, sie hatten das Pech eine Gruppe zu erwischen, die bereits „used to the tansanian way“ sind. Der überwiegende Teil befindet sich schon seit mehr als 6 Monaten in diesem Land, abseits der Touristenzentren. Wer weiß, wieoft dies Masche funktioniert?? Ich kann mir gut vorstellen, erstaunlich oft!! So hartnäckig diese beiden es bei uns versuchten!! Lässt euch jedoch nicht von zwei „schwarzen Petern“ abschrecken!! Diese stellen die Ausnahme dar und ein Teil der Gruppe hatte sich auch strafbar gemacht. Eigentlich sind wir selber Schuld gewesen!

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…you will get used to it

Februar 12, 2009 von tansaniatom

…also man wird sich daran gewöhnen, war einer der ersten Sätze, die ich von meinen Austauschkollegen hörte. Zu Beginn verstand ich nicht ganz, was sie meinen. Heute möchte ich euch beschreiben, was sie darunter verstehen.
Möchte man eine Dusche nehmen, so gibt es kein Warmwasser. Ok, soweit so gut. Jedoch habe ich nicht gedacht, dass man jeden Morgen und Abend hoffen muss, dass überhaupt ein paar Tropfen aus der Wasserleitung kommen. Man behilft sich dabei, indem man einen großen Kübel mit Wasser in sein Zimmer stellt, damit man sich zumindest etwas waschen kann.
Wielange dauern solche Ausfälle? Seit ich hier bin, war das längste an die 2 Tage. Habe jedoch auch schon von 2 Wochen gehört. Wobei man sich vorstellen muss, was da bei den Toiletten los ist! Da freue ich mich wieder, ein Zimmer nicht direkt neben den Toiletten zu haben!
Was kann noch passieren? Ja, das man 1 Woche keinen Strom hat. Das stell ich mir jetzt schon toll vor. Wird Kreativität gefragt sein, um sich die Zeit zu vertreiben.
Derzeit bin ich auch sehr glücklich darüber, dass ich nichts lernen muss. Die tansanianischen Kollegen lieben es nämlich Musik zu hören. Ok, damit habe ich kein Problem. Nur wenn man bedenkt, dass die Zimmer teilweise nur ein Moskitonetz trennt und die Musik nicht gerade leise läuft, schon etwas herausfordernd. So gehe ich begleitet von musikalischen Klängen abends ins Bett und morgens werde ich durch dieselben wieder geweckt.

Einblick in die Kultur Tansanias

Februar 10, 2009 von tansaniatom

Da ich schon einige Tansanianer kennenlernen durfte und mich mit ihnen über Gott und die Welt bei ein paar Bierchen unterhalten habe, möchte ich euch meine Eindrücke weitergeben.
Ich habe vor kurzem erst von den Gegensätzen berichtet. Eine riesige Villa befindet sich neben Wellblechhütten.
Warum kommt es dabei nicht zu sozialen Spannungen innerhalb der Gesellschaft?
Eine mögliche Erklärung dafür habe ich in einer Unterhaltung gestern Abend gefunden. Generell gilt, dass ein Tansanianer für seine Familie sorgt. Nicht für die nähesten Verwandten, sondern auch für Onkel, Tanten,…
Ein Tansanianer versucht auch, immer zu seinen Wurzeln zurückzukehren. So kommt es, wenn ein Tansanianer in ärmlichen Verhältnissen aufwächst und es schafft, diesen (durch zum Beispiel eine gute Ausbildung) zu entkommen, dass er wieder in sein Stadtviertel zurückkehrt.
..jeder in seiner Umgebung kennt ihn jedoch von klein auf. Anstatt Neides freuen sich seine armen Nachbarn und sind stolz auf ihren ehemaligen Nachbarsjungen, der es nun geschafft hat!

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Ein anderer wesentlicher kultureller Unterschied bzw. eine andere Weltanschauung besteht darin, niemanden alleine zu lassen. So kam es vor, dass mir mein Bier bezahlt wurde, von einem Tansanianer. Ich fragte, warum er das mache? Ich könne selbst viel leichter für mein Bier aufkommen und wollte ihn natürlich einladen. Dabei entgegnete mir dieser: „Lass mich diesmal bezahlen, heute kann ich. Es kann sein, dass ich schon morgen nichtmehr in der Lage bin, dafür aufzukommen und dafür deine Hilfe benötige.“

Kann sich das ein Europäer vorstellen?